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Das Rudern auf venezianisches Art unterscheidet vom üblichen („englischen“) Rudern grundsätzlich. Der Ruderer steht, schaut in Fahrtrichtung und sein Ruder lagert ohne Dollenring in einer speziellen offenen Dolle – „fórcola“. Diese Rudersportart ist erstaunlich Effizient wie eine neue Studie bestätigt: Ein Gondoliere verbraucht um drei Leute plus das Gewicht des Bootes (~500kg) zu transportieren, etwa die vergleichbare Energie die er zum Gehen benötigt. Beeindruckend an dieser Art zu rudern ist besonders die Manövrierbarkeit: Der Gondoliere ist in der Lage jedes Manöver - Ablegen, rechtwinklige Kursänderungen, langsames Bremsen oder plötzliches stoppen, seitlich oder rückwärts fahren - auf engsten Raum auch mit einem Ruder „remi“ durchzuführen.
Es gibt drei Arten des venezianischen Ruderns: Bei der ersten und bedeutendsten verwendet ein Ruderer ein einzelnes Ruder (das Ruder wird gleichzeitig als Steuer benutzt), bei der zweiten „a la valesàna“ verwendet ein Ruderer zwei gekreuzte Ruder und bei der letzten rudern zwei oder mehr Ruderer - normalerweise eine gerade Zahl - auf wechselnden Seiten des Bootes. In jedem Fall spielt der Ruderer am Heck die wichtigste Rolle des Steuermanns „popa“. (Alle anderen Ruderer rudern “prua”).
Der Gebrauch eines einzelnen Ruders - mit der resultierenden seitlichen Raumersparnis - ist in den schmalen venezianischen Kanälen unentbehrlich. Beispielsweise kann, wenn sich zwei Gondeln aus entgegen gesetzten Richtungen begegnen, das Ruder unter dem anderen Boot geführt werden oder - da das Ruder nicht in einer Dolle eingeschlossen ist – von der Dolle „fórcola“ angehoben werden und entlang der Länge des Rumpfs ausgerichtet werden. Damit dieses Manöver gelingen kann gilt in Venedig ein ungewohntes Linksfahrgebot für Ruderboote. Wenn ein rudernder Gast in Venedig diese Verkehrsregel nicht kennt, kann er für grosse Aufregung sorgen, denn alle andern Schiffe (Taxiboote, Transportschiffe, Vaporetti (Wasserbusse)) erwarten dieses Verhalten.
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